Nachricht - Details:
Brutsaison 2025: zwischen Erfolgen und Herausforderungen
Witterung und Prädation beeinflussen Bruterfolg entlang der Küste
Die Brutsaison 2025 im LIFE Limicodra-Projekt zeigt ein differenziertes Bild: Während in einigen Gebieten hohe Brutdichten erreicht wurden, führten extreme Witterung und Prädation andernorts zu erheblichen Verlusten. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung gezielter Schutzmaßnahmen – und die Herausforderungen im Wiesenvogelschutz.
Vielfältige Projektflächen – unterschiedliche Bedingungen
Die Projektflächen erstrecken sich entlang der ostvorpommerschen Küste – vom Greifswalder Bodden über Peenestrom und Achterwasser bis zu den Haffwiesen südlich des Oderhaffs.
Dabei unterscheiden sich die Lebensräume deutlich: In den Nordgebieten dominieren frei überflutete Salzweiden, während in den Südgebieten (Polderflächen) der Wasserstand aktiv reguliert werden kann. Ziel ist es, sowohl für Küstenvogelschutzgebiete als auch für Feuchtwiesen im Binnenland geeignete Schutzstrategien für wiesenbrütende Limikolen zu entwickeln.
Nordgebiete: Gute Ansiedlung – hohe Verluste
In den Küstengebieten begann die Brutsaison bereits Mitte März mit der Revierbesetzung durch Kiebitze, gefolgt von Rotschenkeln und weiteren Arten. Die kalte, trockene und windige Witterung führte jedoch zu häufigen Revierwechseln und erschwerte die Brutbedingungen erheblich.
Während in den Freesendorfer Wiesen und auf dem Struck durch konsequentes Prädationsmanagement vergleichsweise gute Bedingungen geschaffen werden konnten, blieb der Bruterfolg in anderen Bereichen aus. In den Pastorwiesen und auf dem Großen Wotig verhinderten hoher Prädationsdruck und fehlende Regulierung einen erfolgreichen Brutnachweis.
Besonders problematisch war der Nahrungsmangel für die Küken, da infolge der Witterung kaum Insekten verfügbar waren. Dies führte zu erheblichen Verlusten, insbesondere bei Kiebitzküken.
Dennoch konnten auch positive Entwicklungen dokumentiert werden:
- Küken von 15 Sandregenpfeifern, 24 Kiebitzen, 18 Rotschenkeln und 25 Säbelschnäblern wurden beringt.
- Auf dem Struck wurden 5 Kiebitz- und 5 Rotschenkel-Brutpaare mit insgesamt 21 flüggen Jungvögeln nachgewiesen.
- In den Freesendorfer Wiesen blieb die Brutpopulation stabil mit 28 Kiebitz-, 15 Rotschenkel- und 5 Sandregenpfeifer-Brutpaaren sowie erfolgreichen Aufzuchten. Besonders hervorzuheben ist hier die gleichmäßigere Verteilung der Bruten im Gebiet, was auf ein wirksames Prädationsmanagement hindeutet.
- Auch beim Säbelschnäbler konnten zunächst hohe Schlupferfolge festgestellt werden.
Foto: Paul Rößler, Gebietsbetreuer Nordgebiete
Am 05.07.2025 kam es zu einem massiven Hochwasserereignis, bei dem höchstwahrscheinlich alle Säbelschnäblerküken sowie ein Teil der späten Kiebitzbruten verloren gingen.
Südgebiete: Hohe Brutdichten – schwierige Aufzuchtbedingungen
In den Polderflächen der Südgebiete begann die Saison ebenfalls früh. Anfangs profitierten viele Arten von den guten Wasserständen nach einem nassen Winter. Doch bereits ab April setzte eine außergewöhnliche Trockenheit ein, die zu Wasser- und Nahrungsmangel führte.
Besonders im Polder Mönkebude zeigte sich dennoch ein großer Erfolg:
Durch eine Kartierung mit Wärmebilddrohne wurden 78 Nester nachgewiesen – darunter 55 Kiebitz-, 14 Rotschenkel- und 9 Uferschnepfen-Gelege.
Foto: Tobias Dahms, thermal DRONES
Auch in anderen Poldern konnten erste Erfolge erzielt werden, etwa durch gezielte Schutzzäune, die einzelnen Brutpaaren zumindest kurzfristig sichere Bedingungen boten.
Dennoch blieb der Bruterfolg insgesamt hinter den Erwartungen zurück. Neben Nahrungsmangel spielte auch Prädation – unter anderem durch Füchse innerhalb der Schutzbereiche – eine entscheidende Rolle.
Fazit: Maßnahmen wirken – Rahmenbedingungen bleiben entscheidend
Die Brutsaison 2025 macht deutlich: Die im Projekt umgesetzten Maßnahmen – wie Wasserstandsmanagement, Gelegeschutz und Prädationskontrolle – zeigen Wirkung und ermöglichen hohe Brutdichten. Gleichzeitig bleibt der Bruterfolg stark abhängig von äußeren Faktoren wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit und Prädationsdruck.
Für die kommenden Jahre liegt der Fokus daher weiterhin auf der Optimierung der Lebensraumbedingungen, dem Ausbau des Prädationsmanagements sowie der Stabilisierung geeigneter Brutgebiete.
